Von der Redaktion Trufy • zuletzt geprüft am 11.09.2026
Wie stark senkt eine schlechte Bewertung den Durchschnitt?
Eine einzelne 1-Stern-Bewertung senkt den Schnitt umso stärker, je weniger Bewertungen ein Betrieb bisher hat: Bei 10 vorhandenen 5-Sterne-Bewertungen fällt der Durchschnitt auf 4,64 (minus 0,36), bei 100 nur auf 4,96 (minus 0,04). Bei fünf Vorbewertungen sind es dagegen 4,33 — ein Verlust von 0,67 Sternen, also fast ein ganzer Stern. Das Gewicht einer Bewertung beträgt schlicht 1 geteilt durch die Gesamtzahl. Wer wenige Bewertungen hat, spürt jede einzelne sofort im angezeigten Wert. Auf dieser Seite finden Sie die Rechenbeispiele, die Formel dahinter und die Gründe, warum Ihr angezeigter Google-Wert von Ihrer eigenen Rechnung abweichen kann.
So viel kostet eine 1-Stern-Bewertung im Durchschnitt
Die folgende Rechnung ist reine Arithmetik, keine Studie. Ausgangslage ist jeweils ein Profil mit lauter 5-Sterne-Bewertungen. Dann kommt eine Bewertung mit einem Stern dazu.
- 5 bisherige Bewertungen: neuer Schnitt 4,33 — Verlust 0,67
- 10 bisherige Bewertungen: neuer Schnitt 4,64 — Verlust 0,36
- 20 bisherige Bewertungen: neuer Schnitt 4,81 — Verlust 0,19
- 50 bisherige Bewertungen: neuer Schnitt 4,92 — Verlust 0,08
- 100 bisherige Bewertungen: neuer Schnitt 4,96 — Verlust 0,04
- 200 bisherige Bewertungen: neuer Schnitt 4,98 — Verlust 0,02
Google zeigt den Wert mit einer Nachkommastelle. Ein Betrieb mit einer Handvoll Bewertungen rutscht durch einen einzigen Eintrag oft um eine ganze Zehntelstufe oder mehr. Bei dreistelliger Bewertungszahl ist derselbe Eintrag im angezeigten Wert kaum noch zu sehen.
Die Formel: Verlust = (Schnitt − 1) ÷ (Anzahl + 1)
Sie können den Effekt für Ihren eigenen Betrieb ausrechnen. Ziehen Sie von Ihrem aktuellen Schnitt die 1 ab und teilen Sie das Ergebnis durch die Zahl Ihrer Bewertungen plus eins. Beispiel: Schnitt 5,0, zehn Bewertungen. 4 geteilt durch 11 ergibt 0,36 — genau der Wert aus der Tabelle oben.
Der Schaden einer einzelnen schlechten Bewertung hängt fast nur von einer Größe ab: davon, wie viele Bewertungen schon da sind. Bewertungsmenge ist der beste Puffer — und der einzige, den Sie selbst in der Hand haben.
Wie viele 5-Sterne gleichen eine 1-Stern-Bewertung aus?
Auch das lässt sich ausrechnen. Als Zielmarke nehmen wir 4,80 Sterne, weil das im angezeigten Wert 4,8 ergibt.
- 5 Vorbewertungen, dann ein Stern (Schnitt 4,33): Es braucht 14 weitere 5-Sterne-Bewertungen, um wieder bei 4,80 zu landen.
- 10 Vorbewertungen, dann ein Stern (Schnitt 4,64): Es braucht 9 weitere 5-Sterne-Bewertungen.
- 20 Vorbewertungen, dann ein Stern (Schnitt 4,81): Es braucht keine einzige — der Wert liegt schon über der Marke.
Der Unterschied zwischen 14 und 0 ist der Unterschied zwischen einem jungen Profil und einem gewachsenen. Wie viele Bewertungen für Ihre Branche realistisch sind, lesen Sie unter wie viele Google-Bewertungen ein Betrieb braucht.
Warum Ihr angezeigter Schnitt nicht zur eigenen Rechnung passt
Viele Betriebe rechnen nach und kommen auf einen anderen Wert als die Plattform. Das ist normal. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Plattform-Algorithmen den angezeigten Sternewert nach eigenen Kriterien berechnen — etwa nach Alter der Bewertung, Nützlichkeit für andere Leser oder verifiziertem Kauf. Deshalb stehen unter scheinbar guten Vier-Sterne-Produkten mitunter viele schlechte Kritiken.
Für Sie heißt das: Der angezeigte Wert ist nicht zwingend das schlichte arithmetische Mittel. Die Rechnungen oben zeigen die Größenordnung des Effekts, nicht die Nachkommastelle, die Google am Ende setzt.
Was ein Durchschnitt überhaupt aussagt
Ein Schnitt ohne Anzahl ist eine leere Zahl. Stiftung Warentest formuliert es so: Je mehr Bewertungen, desto besser — der Eindruck wird differenzierter und glaubhafter. Fünf Bewertungen mit durchschnittlich drei Sternen sagen mehr aus als eine einzelne Bewertung mit fünf Sternen. Als weitere Kriterien nennt die Stiftung Aktualität, das Profil der bewertenden Person, die Informationstiefe und eine Sprache ohne Marketing-Floskeln.
In dieselbe Richtung geht ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25. Juli 2024: Wer mit einer durchschnittlichen Sternebewertung wirbt, muss die Gesamtzahl der Bewertungen und den Zeitraum angeben. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Sterneklassen ist dagegen nicht nötig, weil Verbraucher wissen, dass ein Schnitt aus guten und schlechten Einzelbewertungen entsteht. Anzahl und Zeitraum entscheiden also darüber, was ein Schnitt wert ist. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung für Ihren Fall.
Was ein halber Stern wirtschaftlich bedeutet
Für knapp ein Drittel der Menschen in Deutschland (30 Prozent) sind Online-Bewertungen laut Bitkom das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines neuen Restaurants oder Cafés. 39 Prozent geben an, nach einem Besuch häufiger Bewertungen zu schreiben als früher.
Beim Einkauf im Netz sehen sich 54 Prozent der Online-Shopper Rezensionen an, bevor sie ein Produkt kaufen — bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 66 Prozent. Wer also eine Zehntelstufe verliert, verliert sie nicht im luftleeren Raum, sondern in der Liste, aus der Ihre Kundschaft auswählt. Was daraus für den Umsatz folgt, ordnen wir unter was eine schlechte Google-Bewertung wirklich kostet ein.
Menge aufbauen — und prüfen, was nicht bleiben muss
Der wirksamste Schutz gegen Ausreißer ist eine breite Basis. Bitten Sie alle Kunden um eine Bewertung, nicht nur die, von denen Sie ein Lob erwarten — und ohne Gegenleistung. Wie das im Alltag funktioniert, steht unter Google-Bewertungen sammeln; wer es am Tresen oder auf der Rechnungsmappe lösen will, findet bei der NFC-Google-Bewertungskarte den einfachsten Weg dorthin.
Nicht jede Bewertung muss dauerhaft im Schnitt stehen bleiben. Es gibt Arten von Einträgen, die dort grundsätzlich nichts zu suchen haben — etwa Bewertungen von Personen, die nie Kunde waren, Einträge von Mitbewerbern oder schlicht Verwechslungen mit einem anderen Betrieb. Ehrliche, sachliche Kritik lässt sich dagegen nicht entfernen, auch nicht bei einem Stern.
Trufy prüft Ihre Bewertungen kostenlos und unverbindlich. Abgerechnet wird nur, was tatsächlich entfernt wurde: 10 Euro je entfernter Bewertung, keine Vorauszahlung, keine Grundgebühr. Ob eine Bewertung entfernt wird, entscheidet Google — eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Wenn Sie wissen möchten, ob ein Eintrag in Ihrem Profil dazugehört, schicken Sie ihn uns über das Kontaktformular zur kostenlosen Analyse.
- Stiftung Warentest: Tipps zum Einschätzen von Online-Bewertungen
- Stiftung Warentest: So erkennen Sie unseriöse Kunden-Rezensionen
- Bitkom: Restaurants und Cafés – für knapp ein Drittel sind Online-Bewertungen entscheidend
- Bitkom: Jeder Zweite liest Online-Bewertungen vor dem Kauf
- Wettbewerbszentrale: BGH zur Werbung mit einer durchschnittlichen Sternebewertung
- vzbv: Zu den Anforderungen an die Werbung mit einer durchschnittlichen Sternebewertung
Häufige Fragen
Kostenlose Analyse Ihrer Bewertungen
10 € je entfernter Bewertung – abgerechnet wird nur bei Erfolg.
Jetzt kostenlose Analyse anfordern →