Google-Bewertungen und das lokale Ranking: was wirklich zählt
Warum manche Betriebe in der Kartenansicht oben stehen und andere nicht — und welche Rolle Bewertungen dabei spielen.
„Wir stehen bei Google nicht oben.“ Der Satz meint fast immer dasselbe: die Kartenansicht mit den drei Einträgen, die bei jeder Suche mit Örtlichkeit ganz oben erscheint. Sie folgt anderen Regeln als die klassische Trefferliste, und Bewertungen spielen darin eine größere Rolle als auf Ihrer Website.
Die drei Größen, nach denen Google lokal sortiert
Google nennt sie selbst, und sie sind seit Jahren unverändert:
- Relevanz — passt der Eintrag zu dem, was gesucht wurde? Das hängt an der gewählten Kategorie, an Leistungen und Beschreibung im Profil.
- Entfernung — wie weit ist der Betrieb vom Suchenden oder vom genannten Ort entfernt. Daran lässt sich am wenigsten drehen.
- Bekanntheit — wie bekannt ist der Betrieb insgesamt. Hier zahlen Bewertungen ein: Anzahl und Bewertungsschnitt fließen ausdrücklich mit ein.
Der Punkt, den die meisten übersehen: Bewertungen wirken auf zwei Ebenen. Sie beeinflussen, ob Sie überhaupt angezeigt werden — und danach, ob geklickt wird. Ein Eintrag auf Platz eins mit 3,6 Sternen verliert gegen den auf Platz drei mit 4,7.
Warum das Profil wichtiger ist als die Startseite
Für die klassische Trefferliste zählt Ihre Website. Für die Kartenansicht zählt Ihr Unternehmensprofil — und das ist eine eigene Baustelle, die viele Betriebe seit der Ersteinrichtung nicht mehr angefasst haben.
- Die Hauptkategorie ist der stärkste einzelne Hebel bei der Relevanz. „Restaurant“ und „Italienisches Restaurant“ führen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
- Vollständigkeit: Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos, Beschreibung. Ein halb ausgefülltes Profil wirkt auf Google wie auf den Leser.
- Aktualität: Ein Profil, an dem sich seit zwei Jahren nichts bewegt hat — keine Fotos, keine Antworten, keine neuen Bewertungen — sieht aus wie ein Betrieb, den es vielleicht nicht mehr gibt.
- Antworten auf Bewertungen. Sie sind öffentlich sichtbares Zeichen dafür, dass das Profil betreut wird.
Der Unterschied zwischen Anzahl und Schnitt
Beides wirkt, aber unterschiedlich. Der Schnitt entscheidet beim Menschen, die Anzahl wirkt auf beide: Zwanzig Bewertungen mit 4,9 wirken schwächer als zweihundert mit 4,6 — weil die zweite Zahl belegt, dass viele Menschen dort waren.
Deshalb ist das Ziel nie ein perfekter Schnitt, sondern ein guter Schnitt bei einer glaubwürdigen Menge. Und deshalb ist es ein Fehler, das Sammeln neuer Bewertungen einzustellen, sobald es einmal gut aussieht: Ein Profil, das seit einem Jahr keine neue Bewertung bekommen hat, verliert an Gewicht gegenüber einem, das jede Woche eine bekommt.
Regelmäßigkeit schlägt Menge. Zwei Bewertungen pro Woche über ein Jahr sind mehr wert als hundert in einer Woche — und der zweite Fall fällt zusätzlich als Muster auf.
Was Sie an einem Nachmittag erledigen können
Ohne Werkzeuge, ohne Agentur, ohne Kosten:
- Kategorie prüfen. Ist die Hauptkategorie die, unter der Ihre Kunden suchen würden? Nebenkategorien ergänzen, aber die Hauptkategorie so genau wie möglich wählen.
- Öffnungszeiten und Feiertage aktualisieren. Falsche Zeiten sind einer der häufigsten Gründe für schlechte Bewertungen überhaupt.
- Fotos nachlegen. Aktuelle, echte Aufnahmen — nicht Stockmaterial.
- Auf die letzten zehn Bewertungen antworten, auch auf die guten. Zwei Sätze genügen.
- Leistungen und Beschreibung füllen, in den Worten, die Ihre Kunden benutzen.
Und dann die Bewertungen selbst
Wenn das Profil steht, entscheidet, was darunter geschrieben wird. Zwei Dinge bewegen den Schnitt: was hinzukommt, und was nicht dort stehen dürfte.
- Neue Bewertungen sammeln — zufriedene Kunden schreiben von sich aus selten. Wer den Weg dorthin auf einen Handgriff verkürzt, bekommt deutlich mehr. Was dabei erlaubt ist, ist eine eigene Frage: Anreize sind es ausdrücklich nicht.
- Ausreißer prüfen lassen — Bewertungen von Leuten, die nie Kunde waren, von Mitbewerbern oder aus einer Verwechslung gehören nicht in Ihren Schnitt. Ob so ein Fall vorliegt, sagen wir Ihnen kostenlos.
Beides zusammen bewegt die Zahl, die in der Kartenansicht steht — und das ist die Zahl, die darüber entscheidet, wer bei Ihnen anruft und wer beim Betrieb daneben.
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