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Keine Bewertungen: Wirkt ein Unternehmen dadurch unseriös?
Kurz gesagt
Ein Unternehmen ohne Bewertungen wirkt auf viele Interessenten nicht neutral, sondern zweifelhaft. 39 Prozent der Online-Käufer haben weniger Vertrauen in Angebote oder Produkte, zu denen es keine Bewertungen gibt — erhoben von Bitkom Research im Auftrag des Bitkom. Die Lücke schließt sich nicht durch ein makelloses Sternebild, sondern durch echte Erfahrungen, die über die Zeit dazukommen. Diese Seite zeigt, was Interessenten aus einem leeren Profil schließen, welche Wege zum Sammeln erlaubt sind und welche Betriebe teuer zu stehen kommen.
Wirkt ein Unternehmen ohne Bewertungen unseriös?
Unseriös im Wortsinn ist ein Betrieb ohne Bewertungen nicht — misstrauisch macht die Lücke trotzdem. 39 Prozent der Online-Käufer haben weniger Vertrauen in Angebote oder Produkte, zu denen es keine Bewertungen gibt. Diese Zahl stammt von Bitkom Research im Auftrag des Bitkom.
Fehlende Erfahrungsberichte werden also nicht als Zufall gelesen. Für 55 Prozent der Online-Shopper sind Kundenbewertungen die wichtigste Informationsquelle vor dem Kauf. Sie liegen damit vor Preisvergleichsseiten und vor dem Gespräch mit Freunden, Familie und Kollegen. Wer diese Quelle sucht und nichts findet, klickt häufig zum nächsten Anbieter, über den etwas zu lesen ist.
Für Ihren Betrieb heißt das: Das leere Profil konkurriert nicht mit guten Bewertungen der Konkurrenz, sondern mit deren Sichtbarkeit überhaupt. Ein Profil ohne Stimmen gibt einem Interessenten keinen Grund, sich für Sie zu entscheiden.
Was Interessenten tun, bevor sie bei Ihnen anrufen
Interessenten recherchieren online, bevor sie einen Betrieb kontaktieren. Die Informationssuche über Waren und Dienstleistungen war laut Statistischem Bundesamt mit 91 Prozent der Internetnutzenden die häufigste Internetaktivität überhaupt (1. Quartal 2018). Bei den 25- bis 54-Jährigen waren es 96 Prozent.
Bewertungen sind dabei ein fester Teil der Suche. Über die Hälfte der Online-Shopper (54 Prozent) sieht sich Rezensionen an, bevor sie ein Produkt kaufen (Bitkom). Bei den 16- bis 29-Jährigen greifen 66 Prozent auf Online-Bewertungen als wichtigste Informationsquelle zurück, bei den 30- bis 49-Jährigen 60 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 51 Prozent.
Ein Unternehmen ohne Bewertungen fällt in genau diesem Moment durch. Der Interessent hat die Suche schon gestartet, findet aber nichts, woran er sich festhalten kann.
Wo eine leere Bewertungsliste besonders schwer wiegt
Fehlende Bewertungen wiegen dort am schwersten, wo Kunden ohne Vorkenntnis zwischen mehreren Betrieben wählen. Drei belegte Beispiele:
- Gastronomie: Für knapp ein Drittel der Befragten (30 Prozent) sind Online-Bewertungen das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines neuen Restaurants oder Cafés. 53 Prozent schauen vorher die Speisekarte online an, bei den 16- bis 29-Jährigen 65 Prozent (Bitkom Research, 1.005 Befragte ab 16 Jahren, 2024).
- Praxen: Die offiziellen Arztsuchdienste der Ärztekammern geben keine Bewertungen oder Empfehlungen zu einzelnen Praxen ab. Patienten finden dort nur Qualifikationsdaten. Erfahrungen suchen sie deshalb an anderer Stelle.
- Personalsuche: 44 Prozent derjenigen, die sich online über Arbeitgeber informiert haben, wurden dadurch in ihrer Entscheidung über einen Jobwechsel beeinflusst. 12 Prozent entschieden sich gegen den möglichen Wechsel (Bitkom).
Die Bewertungslücke trifft also nicht nur den Umsatz. Sie wirkt auch auf Bewerber, die vor dem Vorstellungsgespräch nach Ihrem Namen suchen.
Wie viele Bewertungen braucht ein Betrieb, damit er glaubwürdig wirkt?
Eine belastbare Mindestzahl an Bewertungen nennt keine der seriösen Erhebungen. Wer Ihnen eine feste Zahl verspricht, hat sie geschätzt. Was sich dagegen belegen lässt: Leser prüfen die Qualität der Bewertungen, nicht nur deren Menge.
Die Verbraucherzentrale warnt Verbraucher ausdrücklich vor Profilen mit ausschließlich Fünf-Sterne-Bewertungen. Sie wirken unrealistisch, weil jeder Betrieb gelegentlich Probleme hat. Stiftung Warentest empfiehlt Lesern, gerade die negativen Bewertungen zu lesen und auf Übereinstimmungen zu achten. Das Misstrauen ist verbreitet: 19 Prozent der Online-Käufer trauen Bewertungen grundsätzlich nicht, weil sie gefälscht sein könnten, bei Menschen ab 65 Jahren sind es 25 Prozent (Bitkom).
Glaubwürdig wirkt kein makelloses Sternebild, sondern eine nachvollziehbare Mischung aus echten, konkreten Erfahrungen, die über Monate wächst. Ein Profil, das in zwei Tagen von null auf vierzig Lobreden springt, erzeugt genau das Misstrauen, das Sie vermeiden wollten.
So schließen Sie die Bewertungslücke ehrlich
Die Lücke schließt sich, wenn Sie jeden Kunden nach dem Termin um eine Bewertung bitten — unabhängig davon, wie zufrieden er gerade wirkt. Gezielt nur die gut gelaunten Kunden anzusprechen, verzerrt das Bild und verstößt gegen die Regeln von Google. Fragen Sie alle, und fragen Sie regelmäßig, nicht einmal im Jahr.
Entscheidend ist der Moment und der Weg. Der beste Zeitpunkt ist das Ende des Kontakts: an der Kasse, bei der Übergabe, beim Abholen des Fahrzeugs. Der Weg zur Bewertungsseite sollte einen Handgriff dauern. Jede zusätzliche Hürde kostet Bewertungen.
- Karte mit NFC-Chip am Tresen: Der Gast hält sein Handy an die Karte und landet direkt auf Ihrer Bewertungsseite. NFC lesen heute fast alle Smartphones.
- Hinweis auf Rechnung, Kassenbon oder in der Abschluss-E-Mail — dort, wo der Kunde ohnehin hinschaut.
- Team einweisen: Wer den Kunden verabschiedet, spricht die Bitte aus. Ein Satz genügt.
- Dranbleiben: Fünf neue Bewertungen pro Monat wirken echter als fünfzig an einem Tag.
Mehr dazu, welche Wege im Alltag wirklich Bewertungen bringen, finden Sie unter Google-Bewertungen sammeln. Die Karte im Scheckkartenformat (85,5 × 54 mm, NFC-Chip NTAG213) wird vor dem Versand auf Ihr Google-Profil programmiert: Google-Bewertungskarte mit NFC.
Welche Wege zu mehr Bewertungen Sie sich sparen sollten
Anreize für Bewertungen sind rechtlich heikel und können abgemahnt werden. Die Wettbewerbszentrale hat 72 Fälle zu Werbung mit gekauften Kundenbewertungen registriert — Gutscheine, Rabatte und ähnliche Anreize. In 19 Fällen ist sie wegen Irreführung per Abmahnung eingeschritten. Ihre Begründung: Verbraucher erwarten, dass Bewertende kein Entgelt erhalten haben.
Auch die Teilnahme an einem Gewinnspiel gegen eine Fünf-Sterne-Bewertung wurde von der Wettbewerbszentrale beanstandet und unterbunden. Ebenso wenig helfen gekaufte Bewertungen: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Vermittler dokumentiert, die positive Bewertungen liefern. Wer so aufholt, tauscht ein Vertrauensproblem gegen ein Rechtsrisiko.
Was Sie also lassen sollten: Geschenke oder Rabatte für Bewertungen, Lose gegen Sterne, gekaufte Stimmen und die Auswahl nur zufriedener Kunden. Details zur ersten Frage lesen Sie unter Darf man für eine Google-Bewertung etwas schenken?. Diese Einordnung ist allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Wenn die wenigen vorhandenen Bewertungen nicht von Kunden stammen
Bei einem fast leeren Profil prägt eine einzige unfaire Bewertung das ganze Bild. Nicht zulässig sind unter anderem Bewertungen von Personen, die nie Kunde waren, Einträge von Mitbewerbern und Verwechslungen mit einem anderen Betrieb gleichen Namens. Ehrliche, sachliche Kritik bleibt dagegen stehen, auch wenn sie nur einen Stern vergibt.
Trufy prüft Ihre Bewertungen kostenlos und hilft Unternehmen, richtlinienwidrige Google-Bewertungen entfernen zu lassen. Abgerechnet wird nur bei Erfolg: 10 € je tatsächlich entfernter Bewertung, keine Vorauszahlung, keine Grundgebühr. Ob eine Bewertung entfernt wird, entscheidet Google — eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Was dabei möglich ist, lesen Sie unter Bewertungen entfernen lassen.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Profil auf Interessenten wirkt, schicken Sie uns über das Kontaktformular eine kurze Nachricht — die erste Einschätzung kostet nichts.
- Bitkom: Kundenbewertungen sind wichtigste Kaufhilfe
- Bitkom: Online-Bewertungen sind wichtigste Informationsquelle
- Bitkom: Online-Shopping – Die Hälfte achtet auf gute Bewertungen
- Bitkom: Restaurants und Cafés – Für knapp ein Drittel sind Online-Bewertungen entscheidend
- Bitkom: Arbeitgeberbewertungen im Netz beeinflussen Job-Wahl
- Statistisches Bundesamt: Häufigste Internetaktivität – Informationssuche über Waren und Dienstleistungen
- Verbraucherzentrale: Checkliste Shopping im Netz
- Stiftung Warentest: Fake-Bewertungen erkennen
- Wettbewerbszentrale: „Gekaufte“ Kundenbewertungen – Einschreiten wegen Irreführung
- Wettbewerbszentrale: Gewinnspiel gegen Bewertung unterbunden
- vzbv-Analyse: Der Kampf um Bewertungen im Netz
- Bundesärztekammer: Arztsuche
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