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Welche Bewertungsportale lohnen sich für ein Unternehmen neben Google?
Kurz gesagt
Neben Google lohnen sich für einen Betrieb vor allem die Portale seiner eigenen Branche: Reise- und Buchungsportale im Gastgewerbe, Gesundheitsportale für Praxen, Arbeitgeberportale wie kununu bei der Personalsuche und Apple Karten für die Sichtbarkeit auf iPhones. Mehr als zwei bis drei gepflegte Profile braucht kaum ein kleiner Betrieb — entscheidend ist, dass Sie dort stehen, wo Ihre Kunden suchen. Diese Seite zeigt, welche Portalarten je Branche zählen, was Untersuchungen von Bitkom, Bundeskartellamt und Stiftung Warentest dazu belegen und wie Sie mehrere Profile mit überschaubarem Aufwand betreuen.
Welche Bewertungsportale lohnen sich neben Google für einen Betrieb?
Welche Bewertungsportale sich lohnen, entscheidet die Branche — nicht die Anzahl. Ein Hotel braucht Reise- und Buchungsportale, eine Praxis ein Gesundheitsportal, ein Betrieb auf Personalsuche ein Arbeitgeberportal. Das Google-Unternehmensprofil bleibt bei lokalen Suchen die Basis. Alles darüber hinaus wählen Sie danach aus, wo Ihre Kunden tatsächlich nachschauen.
- Google-Unternehmensprofil: Grundlage für lokale Suche und Karten, für jeden Betrieb mit Adresse oder Einsatzgebiet
- Reise- und Buchungsportale: Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen — hier entsteht die Bewertung direkt neben der Buchung
- Branchenportale: Ärzte, Zahnärzte, Handwerk, Beratung — oft mit eigener Notenlogik
- Arbeitgeberportale wie kununu: wirken auf Bewerber, nicht auf Kunden
- Apple Karten: zweiter großer Kartendienst neben Google Maps
- Plattformen, die Sie schon nutzen: Lieferportale, Terminbuchung, Onlineshop — dort sammeln sich Bewertungen ohnehin
Warum ein Profil bei Google allein oft nicht genügt
Bewertungen sind für viele Menschen eine feste Station vor dem Kauf. Der Bitkom berichtet unter dem Titel „Jeder Zweite liest Online-Bewertungen vor dem Kauf“, dass Kundenbewertungen eine zentrale Entscheidungshilfe beim Einkauf sind. Genannt werden daneben Preisvergleichsseiten, Tipps von Freunden und Verwandten sowie Testberichte.
Entscheidend ist der Ort, an dem gesucht wird. Wer eine Ferienwohnung über ein Buchungsportal sucht, sieht dort die Sterne — nicht Ihr Google-Profil. Wer nach Ihrem Firmennamen googelt, landet umgekehrt meist bei Google. Beide Wege führen zu Ihrem Betrieb, zeigen aber unterschiedliche Bewertungen.
Deshalb lohnt sich eine einfache Prüfung: Suchen Sie selbst nach Ihrer Leistung, so wie ein Kunde es täte. Was auf der ersten Ergebnisseite steht, ist Ihr Pflichtprogramm. Alles andere können Sie zunächst ruhen lassen.
Hotel und Gastronomie: Welche Portale zählen hier zusätzlich zu Google?
Im Gastgewerbe führen Reise- und Buchungsportale die Liste an. Der Bitkom meldet unter dem Titel „7 von 10 Urlaubern lesen vor der Buchung Online-Bewertungen“, dass Bewertungen die Unterkunftswahl prägen. Auch sehr wenige Bewertungen schrecken Interessenten ab.
Die Portale unterscheiden sich stark. Stiftung Warentest hat Hotelbewertungsportale verglichen und dabei unter anderem geprüft, wie gut die Portale Manipulationen herausfiltern. Für Ihren Betrieb heißt das: Ein Portal mit strengem Filter ist wertvoller als eines mit vielen, aber unzuverlässigen Stimmen.
Ein Punkt wird oft übersehen: Auf Buchungsportalen bewerten nur Gäste, die dort gebucht haben. Bei Google kann jeder schreiben. Deshalb fällt das Bild dort manchmal anders aus als auf dem Portal. Wie sich die Systeme unterscheiden, lesen Sie unter Hotelbewertungen auf Google, Buchungs- und Reiseportalen.
Lohnen sich Arbeitgeberportale wie kununu für Ihren Betrieb?
Arbeitgeberportale lohnen sich, sobald Sie Personal suchen. Der Bitkom berichtet unter dem Titel „Jeder Dritte liest Arbeitgeber-Bewertungen online“ über diesen Kanal; in einer weiteren Mitteilung heißt es „Arbeitgeberbewertungen im Netz beeinflussen Job-Wahl“. Kundenbewertungen und Arbeitgeberbewertungen sind zwei getrennte Welten. Ein Betrieb mit 4,8 Sternen bei Google kann bei Bewerbern trotzdem schlecht dastehen.
Die IHK Schleswig-Holstein empfiehlt Arbeitgebern, auf alle Bewertungen zu reagieren. Sichtbar ist nämlich auch, wie ein Arbeitgeber mit Kritik umgeht. Ziel ist laut IHK ein ausgewogenes, authentisches Bild — nicht die lupenreine Fünf-Sterne-Wertung.
Für kleine Betriebe ohne offene Stellen hat das Thema wenig Gewicht. Sobald Sie ausbilden oder regelmäßig einstellen, gehört ein Blick auf Ihr Arbeitgeberprofil in den Monatsrhythmus.
Apple Karten: Was bringt ein Eintrag neben dem Google-Profil?
Apple Karten erreicht Menschen, die mit dem iPhone unterwegs suchen. Mit Apple Business Connect können Betriebe ihre eigene Ortskarte beanspruchen und steuern, wie ihre Angaben in Apple Karten, Nachrichten, Wallet, Siri und weiteren Apps erscheinen. Apple beschreibt das Werkzeug in seiner Ankündigung als kostenlos nutzbar.
Der Aufwand ist einmalig und überschaubar: Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos und Aktionen wie Tisch reservieren oder Termin buchen. Danach halten Sie den Eintrag nur noch aktuell. Wer ein Ladengeschäft oder eine Praxis betreibt, sollte diesen Kanal nicht liegen lassen.
Ein Kartendienst ersetzt allerdings kein Bewertungsprofil. Der Eintrag sorgt dafür, dass man Sie findet. Ob jemand anruft oder vorbeikommt, entscheidet häufig weiter das, was in den Bewertungen steht.
Worauf sollten Sie achten, bevor Sie ein Portal ernst nehmen?
Nicht jedes Bewertungsportal ist gleich verlässlich. Das Bundeskartellamt hat in einer Sektoruntersuchung über 60 große Internetportale mit Nutzerbewertungen aus 16 Branchen untersucht. Ergebnis: Gefälschte Bewertungen sind ein verbreitetes Phänomen, und Verbraucher können echte und gefälschte Bewertungen kaum unterscheiden. Die Behörde fordert von Portalen und Suchdiensten, technische Filter- und Analyseverfahren auszuschöpfen.
Auch die Transparenz schwankt. Stiftung Warentest hat bei Arztbewertungsportalen festgestellt, dass Grundsatzinformationen schwer auffindbar sind. Nur vereinzelt wird erklärt, wie Bewertungsverfahren und Gesamtnote zustande kommen.
Nicht die Zahl der Portale entscheidet, sondern die Frage, ob Ihre Kunden dort suchen. Zwei gut gepflegte Profile wirken mehr als sechs halb fertige. Prüfen Sie vor jedem neuen Profil: Wer liest das, und was soll danach passieren?
Wie halten Sie mehrere Bewertungsportale mit wenig Aufwand gepflegt?
Legen Sie eine Rangfolge fest und arbeiten Sie diese ab. Ein Hauptportal, meist Google, bekommt die volle Aufmerksamkeit. Ein oder zwei Branchenportale werden wöchentlich kurz kontrolliert. Alles Weitere prüfen Sie monatlich.
Antworten gehören dazu. Die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern rät, auf Bewertungen zu reagieren: bei positivem Feedback Wertschätzung zeigen, auf negatives sachlich und zügig eingehen. Negative Bewertungen lassen sich als Hinweis auf Schwachstellen im Betrieb nutzen.
Bewertungen sammeln Sie dagegen gezielt dort, wo sie am meisten bewirken. Welche Wege dafür zulässig sind, steht unter Google-Bewertungen sammeln. Und wenn auf einem Portal plötzlich ein Profil auftaucht, das Sie nie angelegt haben, hilft Bewertungsportale führen ein Profil — auch ohne Ihr Zutun.
Am Hauptportal sammeln viele Betriebe die Bewertungen direkt vor Ort ein. Eine NFC-Bewertungskarte fürs Google-Profil liegt an Kasse oder Empfang; der Gast hält sein Handy an die Karte und ist auf der Bewertungsseite.
- Bitkom: Jeder Zweite liest Online-Bewertungen vor dem Kauf
- Bitkom: 7 von 10 Urlaubern lesen vor der Buchung Online-Bewertungen
- Bitkom: Jeder Dritte liest Arbeitgeber-Bewertungen online
- Bitkom: Arbeitgeberbewertungen im Netz beeinflussen Job-Wahl
- Bundeskartellamt: Gefälschte und manipulierte Nutzerbewertungen – Sektoruntersuchung
- Stiftung Warentest: Hotelbewertung – Die besten Portale im Netz
- Stiftung Warentest: Arztbewertungen – Das bringen die Portale
- IHK Schleswig-Holstein: kununu clever nutzen – Tipps für Arbeitgeber
- IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern: Der (richtige) Umgang mit Bewertungsportalen
- Apple Newsroom: Introducing Apple Business Connect
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