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Ex-Mitarbeiter hat Google bewertet: Bewertung vom Ex-Mitarbeiter und vom abgelehnten Bewerber im Kundenprofil unterscheiden
Kurz gesagt
Hat ein ehemaliger Mitarbeiter eine Google-Bewertung geschrieben, steht in Ihrem Kundenprofil eine Erfahrung aus dem Arbeitsverhältnis statt aus einem Auftrag. Um eine Bewertung vom Ex-Mitarbeiter handelt es sich, wenn der Text Führung, Bezahlung, Dienstpläne oder das Klima im Team beschreibt; um eine Bewertung vom abgelehnten Bewerber, wenn er sich auf Bewerbung, Vorstellungsgespräch oder Absage bezieht. Beide beschreiben keine Kundenerfahrung — und genau darauf kommt es in einem Google-Unternehmensprofil an.
Bewertung vom Ex-Mitarbeiter oder vom abgelehnten Bewerber: woran Sie den Unterschied sehen
Beide Bewertungen landen im selben Google-Unternehmensprofil, beschreiben aber völlig verschiedene Erlebnisse. Die Tabelle zeigt, woran Sie eine Bewertung vom Ex-Mitarbeiter von einer Bewertung eines abgelehnten Bewerbers unterscheiden.
| Kriterium | Bewertung vom Ex-Mitarbeiter | Bewertung vom abgelehnten Bewerber |
|---|---|---|
| Wer schreibt | Jemand, der im Betrieb gearbeitet hat; das Arbeitsverhältnis ist beendet | Jemand, der sich beworben hat und eine Absage bekommen hat |
| Worum es im Text geht | Führung, Bezahlung, Dienstplan, Überstunden, Ton im Team | Vorstellungsgespräch, Umgangston, Wartezeit auf Antwort, Form der Absage |
| Bezug zur Leistung | Kein Kundenkontakt: beschrieben wird der Arbeitsalltag, nicht eine bezahlte Leistung | Kein Kundenkontakt: beschrieben wird ein Bewerbungsverfahren |
| Erkennbar an | Interna wie Schichtplan, Abläufe hinter der Theke oder Namen von Kollegen | Zeitliche Nähe zur Absage, Hinweise auf Unterlagen, Termin oder Personalabteilung |
| Wirkung nach außen | Kunden lesen Kritik am Betriebsklima mit, Bewerber nehmen sie besonders ernst | Wirkt auf Kunden themenfremd, trifft aber Ihre Personalsuche |
| Vorgesehener Ort dafür | Arbeitgeberportale sammeln Erfahrungen von Mitarbeitenden | Arbeitgeberportale nehmen auch Erfahrungen aus Bewerbungsverfahren auf |
Der Unterschied zählt, weil beide Texte verschiedene Spuren hinterlassen. Eine Bewertung vom Ex-Mitarbeiter ist oft lang und detailreich. Eine Bewertung vom abgelehnten Bewerber steht meist allein und dreht sich um einen einzigen Termin. Welche Arten von Bewertungen in einem Kundenprofil grundsätzlich nichts zu suchen haben, zeigt die Übersicht zu unfairen und auffälligen Bewertungen.
Wann eine Google-Bewertung vom Ex-Mitarbeiter stammt
Eine Google-Bewertung stammt mit großer Wahrscheinlichkeit von einem ehemaligen Mitarbeiter, wenn der Text den Arbeitsalltag beschreibt und keine Leistung, für die jemand bezahlt hat. Typisch sind Sätze über den Chef, über Dienstpläne, Überstunden oder den Ton in der Küche. Ein Gast kennt diese Dinge nicht.
- Die Bewertung erscheint kurz nach einer Kündigung oder nach dem letzten Arbeitstag.
- Der Text nennt Interna: Pausenregelung, Schichtplan, Abrechnung, interne Spitznamen.
- Es geht um Arbeitszeugnis oder Lohnabrechnung, nicht um ein Produkt oder eine Dienstleistung.
- Mehrere ähnlich klingende Bewertungen tauchen nach einem Streit im Team innerhalb weniger Tage auf.
- Die Bewertung besteht nur aus einem Stern ohne Text, zeitlich passend zum Austritt.
Im Betrieb erkennt man den Verfasser meist sofort. Der Leser des Profils erkennt ihn nicht. Für Kunden sieht so ein Eintrag aus wie jede andere Kritik — und er senkt den Sterneschnitt genauso.
Wann eine Google-Bewertung von einem abgelehnten Bewerber stammt
Eine Google-Bewertung stammt in der Regel von einem abgelehnten Bewerber, wenn sich der Text auf ein Bewerbungsverfahren bezieht und zeitlich dazu passt. Oft fällt das Datum in die Tage nach einer Absage oder nach einem Vorstellungsgespräch. Der Verfasser war nie Kunde, hatte aber Kontakt zum Betrieb.
- Der Text erwähnt Bewerbung, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch oder Probearbeit.
- Kritisiert wird, dass niemand auf die Bewerbung geantwortet hat.
- Die Bewertung kommt nach einem abgebrochenen Probetag oder einer abgesagten Ausbildungsstelle.
- Der Verfasser beschreibt den Empfang oder den Umgangston bei einem Termin, nicht eine Leistung.
- Die Bewertung bleibt ein Einzelfall und wiederholt sich nicht wie bei einem Teamkonflikt.
Solche Einträge treffen vor allem Betriebe, die laufend Stellen ausschreiben. Pflegedienste, Restaurants, Werkstätten und Praxen führen viele Gespräche im Jahr. Jede Absage ist ein möglicher Anlass — und das Kundenprofil ist die Stelle, die am leichtesten zu finden ist.
Woran Sie erkennen, dass hinter einer Bewertung kein Kunde steht
Eine Bewertung ohne Kundenkontakt verrät sich meist über den Inhalt und über das Profil des Verfassers. Die Verbraucherzentrale nennt als Verdachtsmomente sehr allgemeine Texte ohne konkrete Erfahrung, wiederkehrende Formulierungen und viele Bewertungen in sehr kurzer Zeit. Ein Blick auf das Profil des Verfassers hilft weiter.
- Der Text nennt kein Datum, kein Produkt und keinen Termin, den Sie zuordnen könnten.
- Beschrieben wird etwas, das nur jemand aus dem Betrieb wissen kann.
- In Ihrer Kasse, im Kalender oder im Auftragsbuch findet sich kein passender Vorgang.
- Mehrere Bewertungen ähneln sich im Wortlaut und kommen am selben Tag.
Das Problem ist nicht nur Ihres. Bei einem EU-weiten Screening von 223 Websites in 26 Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen konnten die Behörden bei 144 Seiten nicht bestätigen, dass genug dafür getan wird, dass Bewertungen von echten Nutzern stammen. Mehr zu dieser Konstellation lesen Sie unter Bewertung von jemandem, der nie Kunde war.
Ein Google-Unternehmensprofil bildet Kundenerfahrungen ab. Bewertungen von Personen ohne jeden Kundenkontakt gehören zu den Arten von Bewertungen, die dort grundsätzlich nicht zulässig sind. Das gilt für den Ex-Mitarbeiter ebenso wie für den abgelehnten Bewerber. Diese Einordnung ist allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.
Was eine Bewertung vom Ex-Mitarbeiter bei Kunden und Bewerbern anrichtet
Eine Bewertung vom Ex-Mitarbeiter wirkt doppelt: Sie drückt den Sterneschnitt für Kunden und sie schreckt künftige Bewerber ab. Der Stern zählt, unabhängig davon, wer ihn vergeben hat.
Bei der Personalsuche kommt der zweite Effekt dazu. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2021 unter über 1.000 Personen ab 16 Jahren haben sich 47 Prozent der Internetnutzer online über Arbeitgeberbewertungen informiert. 44 Prozent von ihnen sagen, das habe ihre Entscheidung über einen Jobwechsel beeinflusst. 12 Prozent haben sich dadurch gegen einen Wechsel entschieden.
Für einen Betrieb mit offenen Stellen ist das spürbar. Wer Ihren Namen sucht, sieht die Sterne und den Text in derselben Ansicht. Was Bewerber dort lesen und wie sie es deuten, beschreibt die Seite schlechte Google-Bewertungen und Bewerber.
Wie Sie auf eine Bewertung vom Ex-Mitarbeiter antworten, ohne Personaldetails zu nennen
Die IHK empfiehlt, Bewertungen regelmäßig zu beobachten und sachlich sowie lösungsorientiert auf Kritik zu reagieren. Halten Sie die Antwort kurz und bleiben Sie beim Thema Kundenerfahrung.
- Keine Namen nennen, weder den des Verfassers noch den von Kollegen.
- Ein Arbeitsverhältnis weder öffentlich bestätigen noch bestreiten — das gehört nicht ins Profil.
- Keine Details zu Kündigung, Gehalt, Abmahnung oder Zeugnis schreiben.
- Sachlich bleiben, auch wenn der Text persönlich wird.
- Einen Satz anbieten, der den richtigen Weg zeigt: Fragen zum Arbeitsverhältnis klären Sie direkt.
Arbeitgeber-Bewertungsportale sind der Ort, an dem Mitarbeitende und Bewerber ihre Erfahrungen teilen; dafür sind sie gemacht. Dort zeigt sich auch, wie ein Arbeitgeber auf Kritik reagiert. Wie Sie Formulierungen für das Kundenprofil aufbauen, lesen Sie unter auf Google-Bewertungen antworten.
Empfehlung: Bewertung vom Ex-Mitarbeiter oder vom abgelehnten Bewerber — was passt wann
Ordnen Sie den Eintrag als Bewertung vom Ex-Mitarbeiter ein, wenn der Text Arbeitsalltag, Führung, Bezahlung oder Dienstpläne beschreibt und der Verfasser nie als Kunde bei Ihnen war. Ordnen Sie ihn als Bewertung vom abgelehnten Bewerber ein, wenn er sich auf Bewerbung, Vorstellungsgespräch oder Absage bezieht und zeitlich dazu passt.
Antworten Sie öffentlich auf eine Bewertung vom Ex-Mitarbeiter, wenn Kunden den Text sonst für Kundenkritik halten könnten. Lassen Sie eine Bewertung vom abgelehnten Bewerber prüfen, wenn sie sich erkennbar auf ein Bewerbungsverfahren bezieht und kein Kundenkontakt dahintersteht. Beides schließt sich nicht aus: Eine sachliche Antwort und eine Prüfung können nebeneinander laufen.
Ob eine einzelne Bewertung entfernt wird, entscheidet Google. Trufy löscht Bewertungen nicht selbst und gibt keine Erfolgsgarantie. Die Prüfung Ihres Profils ist kostenlos, abgerechnet wird nur bei Erfolg mit 10 € je tatsächlich entfernter Bewertung. Wenn Sie unsicher sind, welche Einträge in Ihrem Profil keine Kundenerfahrung beschreiben, lassen Sie Ihr Profil unverbindlich ansehen.
- Verbraucherzentrale: Kann man Online-Bewertungen trauen? So erkennen Sie Fake-Reviews
- Bitkom: Arbeitgeberbewertungen im Netz beeinflussen Job-Wahl
- IHK Schleswig-Holstein: Arbeitgeber-Bewertungsportale
- IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern: Der (richtige) Umgang mit Bewertungsportalen
- Europäische Kommission: Protecting consumers from misleading reviews
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