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Bewertungen löschen 06.10.2026 • 8 Min. Lesezeit

Von Trufy • Mit KI-Unterstützung erstellt, redaktionell geprüft

Schlechte Google-Bewertungen: was Bewerber vor der Bewerbung über Ihren Betrieb lesen

Kurz gesagt

Schlechte Google-Bewertungen können Bewerber abschrecken, denn ein großer Teil der Menschen liest vor einer Bewerbung online nach, wie über einen Arbeitgeber gesprochen wird. 47 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland haben sich schon einmal online über Bewertungen von Arbeitgebern informiert, 12 Prozent haben sich wegen solcher Bewertungen gegen einen möglichen Wechsel entschieden (Bitkom Research, Februar 2021). Diese Seite ordnet ein, was Bewerber in Ihrem Google-Profil sehen, warum das in einem engen Arbeitsmarkt besonders wiegt und woran Sie erkennen, ob eine schlechte Bewertung überhaupt echt ist.

Schrecken schlechte Google-Bewertungen Bewerber wirklich ab?

Online-Bewertungen beeinflussen die Jobwahl messbar. In einer Befragung von Bitkom Research im Februar 2021 unter über 1.000 Menschen in Deutschland gaben 47 Prozent an, sich schon einmal online über Bewertungen von Arbeitgebern informiert zu haben. Von denen, die nachgelesen haben, sagen 44 Prozent, das habe ihre Entscheidung über einen Jobwechsel beeinflusst. 12 Prozent haben sich aufgrund solcher Bewertungen gegen einen möglichen Wechsel entschieden.

Diese Zahlen betreffen Arbeitgeberbewertungen, nicht Google-Bewertungen. Ein Bewerber trennt beides im Alltag aber kaum. Der Sterneschnitt aus dem Google-Unternehmensprofil erscheint direkt neben dem Firmennamen in der Suche und in Maps. Er ist oft das Erste, was jemand über Ihren Betrieb sieht — vor der Karriereseite und vor der Stellenanzeige.

Ihr Google-Profil ist nicht nur Kundenwerbung. Es ist auch das erste Bild, das ein möglicher Bewerber von Ihrem Betrieb bekommt. Wer dort Kritik ohne Antwort liest, zieht daraus Schlüsse über den Umgang im Haus.

Wie viele Bewerber lesen Arbeitgeberbewertungen — und wird es mehr?

Der Anteil der Menschen, die vor einem Jobwechsel online nachlesen, ist über die Jahre deutlich gestiegen. Bitkom hat diese Frage mehrfach erhoben. Jede Zahl stammt aus einer eigenen Befragung.

  • 2013: 26 Prozent der Internetnutzer hatten sich im Netz über Bewertungen von Firmen als Arbeitgeber informiert (Bitkom, Befragung 2013).
  • 2014: 29 Prozent hatten sich über Erfahrungen anderer mit einem Unternehmen als Arbeitgeber informiert (Bitkom, 25.08.2014).
  • 2018: 36 Prozent hatten Arbeitgeberbewertungen gelesen; 25 Prozent hatten selbst eine Bewertung über ihren Arbeitgeber geschrieben (Bitkom, 03.04.2018).
  • 2021: 47 Prozent hatten sich online über Bewertungen von Arbeitgebern informiert; 28 Prozent hatten ihren eigenen Arbeitgeber schon einmal bewertet (Bitkom Research, Februar 2021).

Die jüngste belegte Zahl stammt aus Februar 2021. Eine Hochrechnung auf heute gibt es nicht. Die Richtung ist über vier Erhebungen hinweg aber eindeutig: Nachlesen vor der Bewerbung ist für viele normal geworden.

Google-Bewertungen oder Arbeitgeberportal: was Bewerber aus welcher Quelle lesen

Google-Bewertungen und Arbeitgeberportale beantworten zwei verschiedene Fragen eines Bewerbers. Die Übersicht zeigt, wer dort schreibt und was ein Bewerber daraus über Ihren Betrieb mitnimmt.

KriteriumGoogle-BewertungenArbeitgeber-Bewertungsportal
Wer schreibtKunden, Gäste, Patienten und grundsätzlich jeder mit einem Google-KontoBeschäftigte, ehemalige Mitarbeiter und Bewerber nach einem Vorstellungsgespräch
Thema der TexteProdukt, Service, Wartezeit, Preis, Umgang mit ReklamationenGehalt, Arbeitszeiten, Führung, Betriebsklima
SichtbarkeitStern-Schnitt steht neben dem Firmennamen in Suche und Maps, ohne weitere SucheErst sichtbar, wenn jemand gezielt im Portal nach dem Betrieb sucht
Zahl der EinträgeOft dutzende oder hunderte Bewertungen, auch bei kleinen BetriebenBei kleinen Betrieben häufig nur wenige Einträge oder gar keiner
Was der Bewerber ableitetWie der Betrieb unter Druck reagiert und ob er auf Kritik sachlich antwortetWie es sich dort arbeitet, aus Sicht der Belegschaft

Für kleine Betriebe hat das eine praktische Folge. Im Arbeitgeberportal steht oft nichts, im Google-Profil dagegen schon. Damit wird die Kundensicht zur einzigen öffentlichen Stimme über Ihren Betrieb.

Warum der Fachkräftemangel schlechte Google-Bewertungen für Betriebe teurer macht

Wenn Bewerber knapp sind, wiegt jede Absage schwerer — auch die stille Absage, die nie als Bewerbung ankommt. Der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 zeigt die Lage: 36 Prozent von knapp 22.000 befragten Unternehmen berichten von Schwierigkeiten, Stellen mangels geeigneter Bewerber zu besetzen. Bei Unternehmen ab 20 Beschäftigten sind es über 40 Prozent. Im Gesundheits- und Sozialwesen liegt der Wert bei 61 Prozent, im Tiefbau bei 62 Prozent.

83 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in den kommenden Jahren negative Folgen durch Arbeits- und Fachkräfteengpässe. Am häufigsten genannt: steigende Arbeitskosten (63 Prozent), höhere Belastung der Belegschaft (55 Prozent) und eine Einschränkung des eigenen Angebots (36 Prozent). Unternehmen mit Besetzungsproblemen suchen am häufigsten Personal mit dualer Berufsausbildung (57 Prozent) — also genau die Gruppe, die online recherchiert.

Ein schlechter Sterneschnitt kostet damit doppelt. Er hält Kunden zurück und er gibt einem Bewerber einen Grund, die Bewerbung sein zu lassen. Gezählt wird nur der erste Verlust. Der zweite fällt niemandem auf, weil die Bewerbung einfach nie eingeht.

Achten Azubis und Berufseinsteiger stärker auf Bewertungen als erfahrene Fachkräfte?

Jüngere nutzen Bewertungen überdurchschnittlich stark. In der Bitkom-Befragung von 2014 hatten sich 29 Prozent aller Internetnutzer über Erfahrungen anderer mit einem Unternehmen als Arbeitgeber informiert. Bei den 14- bis 29-Jährigen waren es 34 Prozent, bei Arbeitslosen 57 Prozent.

Das gleiche Muster zeigt sich bei Kaufentscheidungen. Für 55 Prozent der Online-Shopper sind Kundenbewertungen die wichtigste Informationsquelle vor dem Kauf. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 66 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 60 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 51 Prozent (Bitkom, Erhebung Oktober/November 2020).

Für die Ausbildungssuche heißt das: Die Altersgruppe, aus der Ihre Azubis kommen, prüft am gründlichsten. Ein Schüler, der sich über einen Betrieb informiert, ruft das Google-Profil meist zuerst auf. Er liest dort nicht nur die Note, sondern auch, ob und wie der Betrieb auf Kritik antwortet.

Ist die schlechte Google-Bewertung überhaupt echt?

Nicht jede negative Bewertung stammt von einem echten Kunden. Die Stiftung Warentest nennt mehrere Merkmale, an denen sich gekaufte oder gefälschte Bewertungen erkennen lassen: viele Bewertungen in sehr kurzer Zeit, wiederkehrende Textbausteine, glatte Sprache ohne persönliche Details, sehr allgemeine Texte ohne konkrete Erfahrung und Profile, die immer nur Extremnoten vergeben. Die Verbraucherzentrale rät, das Profil des Verfassers anzusehen: Wer in kurzer Zeit auffällig viele Bewertungen abgibt, ist wahrscheinlich kein normaler Kunde. Mit KI lassen sich heute in kurzer Zeit viele gefälschte Bewertungen erzeugen.

Dass Bewertungen gefiltert werden, ist belegt. Das Bundeskartellamt hat für seine Sektoruntersuchung Nutzerbewertungen über 60 große Internetportale aus 16 Branchen befragt. Im Durchschnitt aller befragten Portale wurden 7 Prozent der abgegebenen Bewertungen wegen Filtermaßnahmen nicht angezeigt (Bericht Oktober 2020).

  • Bewertungen von Personen, die nie Kunde des Betriebs waren
  • Bewertungen von Mitbewerbern
  • Verwechslungen mit einem anderen Betrieb, etwa bei gleichem Namen oder falschem Standort
  • Kundenbewertungen von ehemaligen Bewerbern oder Mitarbeitern, obwohl nie ein Kundenkontakt bestand

Solche Einträge gehören zu den Arten von Bewertungen, die grundsätzlich nicht zulässig sind. Welche Merkmale auffällig sind, lesen Sie unter unfaire und auffällige Bewertungen erkennen. Den Sonderfall der Bewertung aus dem früheren Arbeitsverhältnis behandelt die Seite zur 1-Stern-Bewertung von einem ehemaligen Mitarbeiter. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.

Was Betriebe am eigenen Bewertungsbild ändern können, bevor der nächste Bewerber sucht

Ein Bewertungsbild lässt sich steuern, aber nicht über Nacht. Die IHK Schleswig-Holstein beschreibt Bewertungsportale als wichtigen Faktor der Außendarstellung und empfiehlt eine aktive Präsenz samt laufendem Monitoring. Eine schnelle, professionelle Antwort zeigt auch möglichen Bewerbern, dass das Unternehmen offen für Feedback ist. Die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern rät, bei harschem Feedback lieber ein paar Minuten länger über die Formulierung nachzudenken als unüberlegt zu antworten.

  • Sachlich und zeitnah antworten, ohne Details zum Vorgang öffentlich auszubreiten — wie das klingt, zeigt die Seite auf Google-Bewertungen antworten.
  • Laufend echte Bewertungen einsammeln, damit ein einzelner Ausreißer nicht das ganze Profil prägt: erlaubte Wege, Bewertungen zu sammeln.
  • Alle Kunden gleich ansprechen, nicht nur die zufriedenen — eine Auswahl verstößt gegen die Regeln der Portale.
  • Prüfen, ob eine Bewertung überhaupt von einem Kunden stammt, bevor Sie inhaltlich darauf eingehen.

Wenn eine Bewertung nach Ihrer Einschätzung gar nicht von einem Kunden stammt, prüfen wir Ihr Google-Profil kostenlos und unverbindlich; Kosten entstehen nur, wenn eine Bewertung tatsächlich entfernt wird. Schicken Sie uns dafür einfach Ihr Google-Profil zur kostenlosen Prüfung.

Quellen

Häufige Fragen

Lesen Bewerber wirklich Google-Bewertungen oder nur Arbeitgeberportale?
Belegt ist, dass 47 Prozent der Internetnutzer sich schon einmal online über Bewertungen von Arbeitgebern informiert haben (Bitkom Research, Februar 2021). Google-Bewertungen stehen zusätzlich direkt neben dem Firmennamen in Suche und Maps. Bei kleinen Betrieben ohne Einträge im Arbeitgeberportal sind sie oft die einzige öffentliche Stimme.
Spielt der Sterneschnitt bei Azubis eine größere Rolle als bei erfahrenen Fachkräften?
Jüngere nutzen Bewertungen überdurchschnittlich stark. 34 Prozent der 14- bis 29-Jährigen hatten sich über Erfahrungen anderer mit einem Arbeitgeber informiert, gegenüber 29 Prozent aller Internetnutzer (Bitkom, 2014). Bei Kaufentscheidungen liegt der Anteil der 16- bis 29-Jährigen ebenfalls über dem Durchschnitt (Bitkom, Erhebung Oktober/November 2020).
Dürfen ehemalige Mitarbeiter den Betrieb bei Google als Kunden bewerten?
Eine Kundenbewertung setzt voraus, dass es einen Kundenkontakt gab. Fehlt dieser, gehört der Eintrag zu den Arten von Bewertungen, die grundsätzlich nicht zulässig sind. Erfahrungen aus dem Arbeitsverhältnis gehören in ein Arbeitgeberportal, nicht in die Kundenbewertung. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.
Woran erkenne ich, ob eine schlechte Bewertung gefälscht ist?
Typische Merkmale sind viele Bewertungen in kurzer Zeit, wiederkehrende Textbausteine, glatte Sprache ohne persönliche Details und sehr allgemeine Texte ohne konkrete Erfahrung (Stiftung Warentest). Auch das Profil des Verfassers hilft: Wer auffällig viele Bewertungen in kurzer Zeit abgibt, ist wahrscheinlich kein normaler Kunde (Verbraucherzentrale).
Was kostet eine Prüfung meines Google-Profils bei Trufy?
Die Prüfung ist kostenlos und unverbindlich. Abgerechnet wird nur bei Erfolg: 10 € je tatsächlich entfernter Bewertung. Ob eine Bewertung entfernt wird, entscheidet Google, eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Ehrliche, sachliche Kritik lässt sich nicht entfernen.
Sind wenige Bewertungen schlimmer als gar keine?
Bei wenigen Einträgen fällt jede einzelne Bewertung stark ins Gewicht, auch für einen Bewerber. Ein einzelner Stern prägt dann den gesamten Eindruck. Wer laufend echte Bewertungen von allen Kunden einsammelt, verteilt dieses Gewicht auf mehr Stimmen.

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