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Google-Unternehmensprofil löschen, damit die Bewertungen weg sind? Warum das nicht aufgeht
Kurz gesagt
Das Google-Unternehmensprofil zu löschen bringt schlechte Bewertungen nicht weg. Der Eintrag zu Ihrem Standort kann in Googles Karte auch ohne Ihr Zutun bestehen — mit dem Löschen geben Sie die Steuerung ab, nicht die Bewertungen. Sie verlieren Sichtbarkeit in der lokalen Suche, die Möglichkeit zu antworten und die Kontrolle über Öffnungszeiten und Telefonnummer. Diese Seite erklärt, was beim Aufgeben des Profils wirklich passiert, warum ein Neustart mit derselben Adresse neue Probleme schafft und welche Arten von Bewertungen von vornherein nicht zulässig sind.
Bringt das Löschen des Google-Unternehmensprofils die schlechten Bewertungen weg?
Nein. Das Google-Unternehmensprofil aufzugeben entfernt keine Bewertungen. Ein Google-Eintrag kann automatisch entstehen, ohne dass ein Betrieb ihn selbst angelegt hat. Wer ihn steuern will, muss die Inhaberschaft beanspruchen — so beschreibt es die IHK Rhein-Neckar.
Der Ort in Googles Karte hängt damit nicht an Ihrem Konto. Sie verwalten ihn, Sie besitzen ihn nicht. Geben Sie die Verwaltung ab, verlieren Sie die Kontrolle über Angaben wie Öffnungszeiten, Telefonnummer und Fotos. Die Sterne unter dem Eintrag bleiben davon unberührt.
Wer sein Google-Unternehmensprofil löschen lässt, verliert die Steuerung über den Eintrag — nicht die Bewertungen. Kunden lesen weiter, was dort steht. Nur antworten und Angaben korrigieren kann dann niemand mehr.
Wem gehört der Google-Eintrag, wenn kein Inhaber ihn verwaltet?
Ohne Inhaber wird der Google-Eintrag von außen befüllt. Nutzer können Änderungen vorschlagen; annehmen oder ablehnen kann diese Vorschläge nur der Inhaber des Profils. Das beschreibt die IHK Rhein-Neckar am Beispiel falsch angezeigter Öffnungszeiten. Niemand ist verpflichtet, die Inhaberschaft zu beanspruchen — ohne sie bleibt der Eintrag aber fremdgesteuert.
Für einen Betrieb heißt das: Nach dem Aufgeben des Profils kann ein Fremder eintragen, dass Sie dauerhaft geschlossen sind. Sie merken es erst, wenn Kunden anrufen und fragen. Dieses Muster kennen viele Betriebe auch von anderen Portalen, die ein Profil ohne Zutun des Unternehmens führen.
Was ein Betrieb verliert, wenn er das Google-Unternehmensprofil aufgibt
Ohne gepflegtes Google-Unternehmensprofil verlieren Sie die lokale Sichtbarkeit. Das Profil ist für jedes Unternehmen kostenfrei und macht den Betrieb in der lokalen Suche und in Google Maps auffindbar, so die IHK Schwaben. Ein regelmäßig gepflegtes Profil wird von Google mit einer besseren Platzierung belohnt, schreibt die IHK Region Stuttgart.
Wie viel dabei auf dem Spiel steht, zeigen Zahlen der IHK Region Stuttgart zum Handel:
- 63,3 % der Menschen mit konkreter Kaufabsicht informieren sich zuerst online, bevor sie in ein Geschäft vor Ort gehen.
- Für 90 % von ihnen ist Google die erste Wahl.
- Auf mobilen Geräten liegt dieser Anteil bei über 96 %.
Ein gelöschtes Profil nimmt Ihnen also die Bühne, nicht die Kritik. Wegbeschreibung, Öffnungszeiten und die Anruf-Schaltfläche fallen weg. Die Bewertungen, wegen denen Sie gelöscht haben, sind damit nicht aus dem Netz.
Hilft „vorübergehend geschlossen“ oder ein neuer Eintrag gegen alte Bewertungen?
Beides löst das Problem nicht. Ein Betrieb, der als geschlossen ausgewiesen ist, verliert Kunden sofort: Wer offen sucht, ruft nicht an und fährt nicht hin. Gewonnen ist dadurch nichts, denn der Eintrag mit seinen Sternen verschwindet nicht, weil Sie ihn nicht mehr verwalten.
Ein zweiter Eintrag an derselben Adresse schafft ein neues Problem. Dann existieren zwei Orte für einen Betrieb, und Ihre Bewertungen verteilen sich auf beide. Kunden landen zufällig beim einen oder anderen Profil. Was das im Alltag bedeutet, steht in unserem Beitrag zum doppelt vorhandenen Google-Unternehmensprofil.
Warum Bewertungen für Suchende so schwer wiegen
Bewertungen sind für viele Menschen die erste Informationsquelle vor dem Kauf. Bitkom hat dazu im Oktober und November 2020 repräsentativ befragt: Für 55 % der Online-Shopper sind Kundenbewertungen die wichtigste Informationsquelle. Preisvergleichsseiten folgen mit 51 %, Gespräche mit Freunden, Familie und Kollegen mit 50 %.
In der Reisebranche ist der Effekt noch deutlicher. Einer Bitkom-Befragung von 1.003 Personen ab 16 Jahren (Januar/Februar 2020) zufolge lesen 69 % derjenigen, die online buchen, vorher Bewertungen anderer Reisender. 56 % lassen sich von besonders negativen Bewertungen von einer Buchung abhalten.
Die Suche selbst ist Alltag. Das Statistische Bundesamt nennt für das 1. Quartal 2018 die Informationssuche über Waren und Dienstleistungen als häufigste private Internetaktivität: 91 % der Nutzer, bei den 25- bis 54-Jährigen 96 %. Ein Profil zu löschen nimmt diesen Menschen nicht die Bewertungen, sondern Ihnen den Auftritt daneben.
Welche Bewertungen gar nicht in Ihr Google-Profil gehören
Nicht jede Bewertung im Profil ist zulässig. Unzulässig sind zum Beispiel Einträge von Personen, die nie Kunde waren, Bewertungen von Mitbewerbern und Verwechslungen mit einem gleichnamigen Betrieb in einer anderen Stadt. Ehrliche, sachliche Kritik lässt sich dagegen nicht entfernen — auch dann nicht, wenn sie nur einen Stern vergibt.
Gefälschte Bewertungen haben oft erkennbare Merkmale. Stiftung Warentest nennt auffällig kurze oder überschwängliche Texte ohne konkrete Angaben, viele ähnliche Wortlaute, sehr viele Einträge in kurzer Zeit und das völlige Fehlen kritischer Stimmen. Auch das Profil der bewertenden Person lohnt einen Blick, etwa wenn keine nachvollziehbare Historie erkennbar ist. Echte Bewertungen enthalten meist persönliche Eindrücke und gemischte Erfahrungen.
Ein Blick auf die Muster in Ihrem Profil ist der sinnvollere Schritt als Löschen. Welche Arten von Einträgen dabei auffallen, haben wir unter unfaire und auffällige Bewertungen erkennen gesammelt. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.
Vorsicht bei Anrufen, die eine Löschung versprechen
Anrufer geben sich als Google-Mitarbeiter aus und bieten an, negative Bewertungen entfernen zu lassen. Die IHK Reutlingen warnt davor: Betroffene finden teils tatsächlich negative Bewertungen über sich, vermutlich von den Anrufern selbst verfasst. Nach dem Anruf folgen ein „Leistungsnachweis“ und eine Rechnung, verbunden mit erheblichem Zahlungsdruck.
Die Empfehlung der IHK ist klar: auf solche Anrufe nicht eingehen und das Gespräch zügig beenden. Bei ähnlichen Maschen werden Telefonate mitgeschnitten und ein „Ja“ als Zustimmung zu einem Vertrag ausgelegt. Seriöse Hilfe erkennen Sie daran, dass vorher nichts zu zahlen ist und nichts versprochen wird, was niemand halten kann. Was eine Entfernung kosten darf, lesen Sie unter Kosten und seriöse Anbieter.
Bei Trufy kostet die Prüfung Ihrer Bewertungen nichts, abgerechnet wird nur bei Erfolg: 10 € je tatsächlich entfernter Bewertung. Ob eine Bewertung entfernt wird, entscheidet Google — eine Garantie gibt es nicht. Wenn Sie wissen möchten, welche Einträge in Ihrem Profil auffällig sind, schicken Sie uns Ihr Profil über das Kontaktformular.
- IHK Rhein-Neckar — „Vorübergehend geschlossen“: falsch angezeigte Öffnungszeiten bei Google
- IHK Schwaben — Google Unternehmensprofil
- IHK Region Stuttgart — Sichtbar auf den ersten Klick
- Bitkom — Online-Bewertungen sind wichtigste Informationsquelle
- Bitkom — 7 von 10 Urlaubern lesen vor der Buchung Online-Bewertungen
- Statistisches Bundesamt — Häufigste Internetaktivität: Informationssuche über Waren und Dienstleistungen
- Stiftung Warentest — Fake-Bewertungen erkennen
- IHK Reutlingen — Anrufbetrug: Löschen negativer Google-Bewertungen
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